Sonntag , 16. Dezember 2018
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Digitalisierung: Das Haus der Zukunft

Die Digitalisierung macht auch vor dem eigenen Zuhause nicht halt. Die Rede ist vom Smart Home, das verschiedene Geräte miteinander vernetzt. Längst haben die unterschiedlichen Systeme weitaus mehr zu bieten als bloß kleine Spielereien wie den Wechsel des Fernsehkanals durch einen Sprachassistenten: Viele Funktionen machen das Leben nicht nur bequemer, sie sind dazu noch nützlich.

In Deutschland ticken die Uhren zuweilen etwas anders. Während beispielsweise in Schweden bargeldloses Bezahlen zur Tagesordnung gehört und es zudem nicht mehr ganz abwegig ist, dass Scheine und Münzen in dem skandinavischen Land in naher Zukunft der Vergangenheit angehören könnten, erweicht man sich in Deutschland eher langsamer für diese Art der Bezahlung. Zwar erfreut die Karten-Zahlung sich auch hierzulande immer größerer Beliebtheit, zumeist wird jedoch noch mit Bargeld bezahlt. Eine Abschaffung lehnt ein Großteil der Deutschen ab. Ähnlich sieht es beim Thema Smart Home aus. Zwar in aller Munde, geht die smarte Revolution in deutschen Haushalten bisher eher schleppend voran. Obwohl bei vielen noch Skepsis vorherrscht, halten smarte Geräte wie Fernseher, Kühlschränke oder Sprachassistenten dennoch langsam Einzug in deutsche Häuser und Wohnungen.

Wird sich das Smart Home großflächig durchsetzen?

Der große Durchbruch des Smart Homes steht bisher noch aus. Zu unpraktisch für die einen, zu viele Nachteile für die anderen. Zu teuer, zu unsicher, zu kompliziert, zu fehlerbehaftet. Ein System, für dessen Installation man gefühlt ein eigenes Hochschulstudium absolvieren muss, das mehrere tausend Euro kostet, leichten Zugriff auf zahlreiche Daten hat und im schlimmsten Fall Fremden Haus und Hof öffnet, nur um die Arbeit zu ersetzen, die vor zwanzig Jahren auch eine Fernbedienung und der Gang zum Lichtschalter erledigt haben, wäre in der Tat nicht sehr erstrebenswert. Das muss allerdings nicht heißen, dass das Smart Home lediglich eine kurzlebige Modeerscheinung ist, nicht selten braucht es nur einen entscheidenden Impuls, um eine Sache voranzutreiben. Zeit Online zeichnet u.a. nicht nur die Geschichte des Smart Homes nach und versucht sich an einer Erklärung, weshalb es vorerst noch stockend verbreitet, sondern bringt auch einen interessanten Vergleich: Schon um 2000 konnte man mit den damaligen Handys ins WAP-Internet gehen, eine Funktion, die die wenigsten nutzen, da WAP eher unpraktisch und langsam war. 2007 kam dann das iPhone von Apple und inzwischen ist Internet auf dem Handy nicht mehr wegzudenken.

Ein Aspekt, der auch beim Smart Home greifen könnte, denn neuere und ausgereifte Systeme wie Homematic IP Wired setzen gleichzeitig an den unterschiedlichen Gegenargumenten an. Neben der unkomplizierten Handhabung, der Verlässlichkeit der Systeme und der Sicherheit steht natürlich auch die Bezahlbarkeit im Vordergrund. Gute Smart-Home-Systeme bieten ihren Nutzern inzwischen mehr Mehrwert als nur die Bequemlichkeit und so sind Smart Homes sukzessiv im Kommen – was sich auch in Zahlen niederschlägt. Jeder Vierte nutzt in Deutschland mindestens ein Smart-Home-Gerät.

Smart-Home-Geräte: Nützlich oder bloß Spielerei?

Doch welchen Nutzen hat ein Smart Home überhaupt? Ohne Frage ist es angenehm, sich nach einem harten Arbeitstag aufs Sofa fallen lassen zu können und nicht ständig aufstehen zu müssen, wenn einem das Wohnzimmerlicht zu hell ist oder einem der Sinn nach entspannender Musik oder einer fesselnden Serie steht. Und im Winter, wenn es draußen so kalt ist, dass selbst der dickste Mantel einen nicht davor schützt, durchgefroren nach Hause zu kommen, hat es durchaus seine Vorzüge, eine muckelig aufgewärmte Wohnung vorzufinden, ohne dafür den ganzen Tag lang die Heizung durchbollern lassen zu müssen. Fehlt im Kühlschrank wieder die Milch oder steht ein Kochabend mit Freunden an, bei dem ein außergewöhnliches Gericht gezaubert werden soll, sorgen intelligente Küchengeräte dafür, dass die Einkaufsliste komplett ist und nichts vergessen wird. Ebenso ein nicht zu unterschätzender Vorzug: Morgens in der Früh aus dem Bett in die Küche zu wanken und fertigen Kaffee vorzufinden. Angeblich soll das so manche Eskalation am Frühstückstisch bereits im Vorfeld im Keim erstickt haben.

Bequemlichkeit ist jedoch nicht der einzige Vorteil, den ein Smart Home birgt. So ist die warme Wohnung im Winter, die nach der Arbeit auf einen wartet, nicht nur erfreulich und ein netter Luxus, sondern spart durch intelligente Steuerung auch Energiekosten. Das gilt nicht nur für die Heizung, auch der Verbrauch von Strom oder Wasser können so bemessen und individuell optimiert werden. Elektronische Geräte, die im Stand-by-Modus Strom fressen, gehören so ebenfalls der Vergangenheit an. Das alles wirkt sich im Endeffekt auch wieder positiv auf den Geldbeutel aus.

Sicherheit: Vor- oder Nachteil?

Ebenfalls erhöht das Smart Home die Sicherheit. Das fängt bei einfachen Maßnahmen an, dass bei Abwesenheit Licht, Musik oder Fernseher angeschaltet werden, um ein belebtes Haus zu simulieren und Einbrecher abzuschrecken. Auch wird man über Smartphone bei verdächtigen Aktivitäten informiert und hat die Möglichkeit, sich z.B. über Videobewachung einen eigenen Eindruck von der Situation zu verschaffen und notfalls die Nachbarn oder Polizei zu informieren. Gleiches gilt, sollte trotzdem eingebrochen werden – so kann etwa die Musikanlage gestartet oder „live“ ins Geschehen eingegriffen werden, indem man die Eindringlinge direkt über Lautsprecheranlage anspricht. Außerdem hat man mit dem Smartphone die Steuerung der Alarmlage im Griff, auch auf Dienstreise oder im Urlaub.

Gleichzeitig ist die Sicherheit auch immer wieder ein Argument für viele Menschen gegen das Smart Home – und das nicht zu Unrecht. Denn elektronische und vernetzte Geräte bergen immer die Gefahr, dass sie von Unbefugten gehackt und genutzt werden. Durch den Zugriff auf Kamera oder Mikrofon lässt sich ein Haushalt leichter denn je ausspionieren. Trotz all der enormen Fortschritte der letzten Jahre, steckt die Technologie praktisch noch in den Kinderschuhen und ist eben auch nur so sicher, wie ihr Nutzer es zulässt. Wer fahrlässig mit ihr umgeht oder sich zu sehr auf sie verlässt und deswegen beim althergebrachten Einbruchschutz wie sicheren Schlössern spart oder Fenster und Türen offen lässt, wenn er nicht zu Hause ist, oder ein unsicheres Passwort wie den eigenen Geburtstag nimmt, dem hilft auch das beste und modernste Smart-Home-System wenig.

Bild 1: ©istock.com/DrAfter123
Bild 2: ©istock.com/baloon111
Bild 3: ©istock.com/metamorworks

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